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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Dermatologie & Allergologie

Ulkus der Haut : Diagnose

Ulcus cruris

Definition
Tiefer, bis ins Korium bzw. in die Subkutis reichender Substanzdefekt der vorgeschädigten Haut mit schlechter Heilungstendenz.
Viele verschiedene Ursachen. ("Ulcus cruris ist keine Diagnose, sondern ein Symptom")

Nicht-venöse Ulzera (10%)

Arterielle Ulzera (5%)

  • Arteriosklerose
  • Endangiitis obliterans
  • Diabetischer Fuß (Diabetisches Fußsyndrom DFS)

 

Die diabetische Neuropathie ggf. mit Schmerzverlust in Kombination mit der diabetischen Angiopathie (Zirkulationsstörungen) lässt aus banalen Traumen tiefgreifende progrediente Nekrosen entstehen. Neigung zu Infektionen. Progredienter Verlauf Amputationen
Derzeit in seiner Bedeutung und Prognose häufig unterschätzt!

Sonstige Ulzera (5%)

  • Traumatische Ulzera
  • Bakterielle Ulzera
  • Neurotrophische Ulzera
  • Zerfallene maligne Tumoren
  • Ulzeriertes Erythema induratum (Bazin) bzw. Vasculitis profunda
  • Ulzerierte Pernionen
  • Gumma (Syphilis III)

Venöses Ulcus cruris (90%)

Definition
Häufigstes Beingeschwür; Entstehung auf dem Boden einer chronisch-venösen Insuffizienz, entweder bei primärer Varikosis oder nach tiefer Thrombose (postthrombotisches Syndrom).

Ätiologie

  • Chronisch-venöse Insuffizienz
  • Lokale Auslösefaktoren: Trauma, Pyodermie, oberflächliche Thrombose bzw. Thrombophlebitis, Kapillaritis
  • Gelegentlich zusätzlich disponierende Faktoren (Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Bluterkrankungen, arterielle Gefäßerkrankungen)
  • Mit zunehmendem Alter arterielle Mitbeteiligung (= Ulcus mixtum)


Prädilektionsstellen

Unteres Unterschenkeldrittel, meist medial

Symptome

  • Ulkus oder Ulzera unterschiedlicher Form und Größe
  • Ulkusgrund meist eben, mit frischem Granulationsgewebe (gute Heilungstendenz), schmierig belegt (Sekundärinfektion) oder trockennekrotisch (schlechte Heilungstendenz)
  • Ulkusrand in Hautniveau; bei höckerigem Rand Verdacht auf Malignität (Probeexzision s. Haut: Operative Diagnostik und Therapie)


Komplikationen

  • Sekundärinfektion des Ulkus durch Bakterien (häufig Ps. aeruginosa, Proteus, E. coli, Enterokokken) und gelegentlich Pilze (Candida albicans)
  • Periulzeröse Dermatitis (venöse Stase, Ulkussekret, Bakterien, evtl. Pilze)
  • Periulzeröses allergisches Kontaktekzem durch medikamentöse Kontaktsensibilisierung (Epikutantestung). Der überwiegende Teil der Ulkuspatienten besitzt inzwischen eine Allergie gegen Lokaltherapeutika bzw. deren Inhaltsstoffe
  • Maligne Entartung möglich, aber selten (unter 0,1%)
  • Erysipel (s.Hauterkrankungen, bakterielle)

Dekubitus

Definition
Ischämiebedingte tiefe Geschwüre (Haut, Subkutis, Muskulatur) an Druckstellen der Haut vor allem bei bettlägerigen Patienten.

Ätiologie

Kontinuierliche Druckbelastung einzelner Körperstellen durch Ausbleiben des normalerweise häufigen Lagewechsels infolge

  • Sensibilitätsstörungen bzw. -minderung (z.B. bei neurologischen Erkrankungen, Koma, Einnahme von Analgetika und starken Schlafmitteln)
  • Bewegungsstörungen (z.B. Erkrankungen des Bewegungsapparates, körperliche Schwäche, therapeutische Ruhigstellung)

Begünstigend wirken: Trauma, Durchblutungsstörungen, chronisch-konsumierende Erkrankungen

Prädilektionsstellen

  • Gesäß, Kreuz-Steißbeinregion
  • Schulterblattregion
  • Ferse, Ellenbogen


Symptome

Entwicklung innerhalb weniger Tage möglich

  • Zunächst livide Erytheme
  • Später scharf begrenzte Hautnekrose mit nachfolgender, meist tiefer Ulzeration (Subkutis, Muskulatur)
  • Hautnekrose häufig kleiner als Schädigung der darunterliegenden Gewebsschichten; deshalb häufig unterminierte Ränder


Komplikationen

Gefahr der Sekundärinfektion, evtl. sogar Osteomyelitis

Differentialdiagnose

Ulzera anderer Genese (s. Ulcus cruris)

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Letztes Update:25 Februar, 2009 - 17:18